Abwasseranalyse und Drogen – eine europäische städteübergreifende Studie

Einleitung

Die Ergebnisse des bislang größten europäischen Projekts in der neu entstehenden Wissenschaft der Abwasseranalyse werden in dieser Ausgabe der „Drogen im Blickpunkt“-Reihe erörtert. Im Rahmen dieses Projekts wurden in rund  70 europäischen Städten (nachfolgend „Städte“) Abwasseranalysen durchgeführt, um die Drogenkonsumgewohnheiten ihrer Bewohner zu erforschen. Die Merkmale europäischer Städte unterscheiden sich erheblich. Einige davon sind wichtige Touristen- oder Geschäftszentren mit unterschiedlichen Tages- und Nachtpopulationen. Die Ergebnisse stellen eine wertvolle Momentaufnahme des Drogenflusses durch die beteiligten Städte dar und offenbaren dabei deutliche geografische Unterschiede.

Diese interaktiven, weboptimierten Analysen im Rahmen der Reihe „Drogen im Blickpunkt“ verstehen sich als Ergänzung zum jährlichen Europäischen Drogenbericht und sollen genauere Einblicke in eine Reihe wichtiger Themen bieten.

Update date :

Thursday, March 12, 2020

1. Analyse: Ergebnisse einer europäischen städteübergreifenden Studie

Die Abwasseranalyse ist ein sich rasch entwickelndes wissenschaftliches Fachgebiet, das die Überwachung von Echtzeitdaten zu Trends auf geografischer und zeitlicher Ebene im Bereich des Konsums illegaler Drogen ermöglicht. Die ursprünglich in den 1990er Jahren zur Überwachung der Umweltauswirkungen von häuslichem Abwasser genutzte Methode wird inzwischen zur Schätzung des Konsums illegaler Drogen in verschiedenen Städten eingesetzt (Daughton, 2001; van Nuijs et al., 2011; Zuccato et al., 2008). Sie beinhaltet die Entnahme einer Abwasserprobe, wie z. B. die Probenahme am Zulauf einer Kläranlage. Dies ermöglicht es Wissenschaftlern, die Menge der in einer Gemeinschaft konsumierten Drogen durch die Messung der Konzentrationen an illegalen Drogen und ihrer über den Urin ausgeschiedenen Metaboliten zu schätzen (Zuccato et al., 2008).

Abwasseruntersuchungen in europäischen Städten

Im Jahr 2010 wurde ein europaweites Netzwerk (Sewage analysis CORe group – Europe (SCORE)) gegründet, um die zur Abwasseranalyse verwendeten Ansätze zu standardisieren und internationale Studien durch die Einrichtung eines gemeinsamen Aktionsplans zu koordinieren. Die erste Maßnahme der SCORE-Gruppe war eine europaweite Untersuchung, die im Jahr 2011 in 19 europäischen Städten durchgeführt wurde und die erste Abwasserstudie der regionalen Unterschiede im Konsum illegaler Drogen in Europa ermöglichte (Thomas et al., 2012). Diese Studie beinhaltete auch die erste Interkalibrierung zur Bewertung der Qualität der analytischen Daten und ließ eine umfassende Charakterisierung der wichtigsten Unsicherheiten des Ansatzes zu (Castiglioni et al., 2014). Nach dem Erfolg dieser ersten Studie wurden in den darauffolgenden Jahren vergleichbare Studien durchgeführt, die 2019 insgesamt 68 Städte in 23 europäischen Ländern abdeckten. Ein Standardprotokoll und eine gemeinsame Qualitätskontrollprüfung wurden an allen Standorten genutzt, was einen direkten Vergleich der Belastung durch illegale Drogen in Europa in einem Zeitraum von einer Woche während neun aufeinander folgender Jahre ermöglichte (van Nuijs et al., 2018). Für die Kampagne zur Abwasserüberwachung 2019 wurden innerhalb einer einzigen Woche im März rohe 24-Stunden-Sammelproben entnommen. Diese Proben wurden auf die Urin-Biomarker (d. h. messbare Eigenschaften) der Muttersubstanz (d. h. die Primärsubstanz) für Amphetamin, Methamphetamin und MDMA untersucht. Außerdem wurden die Proben auf die mit dem Urin ausgeschiedenen Hauptmetaboliten (d. h. die Stoffe, die produziert werden, wenn der Körper Drogen abbaut) von Kokain und Cannabis untersucht, nämlich Benzoylecgonin (BE) und THC-COOH (11-Nor-9-carboxy-delta-9-Tetrahydrocannabinol).

Hauptgegenstand des vorliegenden Berichts sind illegale Stimulanzien. Für Cannabis werden keine Ergebnisse gemeldet, da der Cannabis-Konsum durch Messung seines Hauptmetaboliten (THC-COOH) geschätzt wird, der einzige bislang entdeckte geeignete Biomarker, der jedoch nur in ganz geringen Konzentrationen ausgeschieden wird. Es sind weitere Untersuchungen notwendig, um zu verstehen, welcher Anteil an den Ausscheidungen auf TCH-COOH entfällt, oder um alternative Biomarker zu finden (Causanilles et al., 2017a).

Es wurde festgestellt, dass der spezifische Metabolit von Heroin, 6-Monoacetylmorphin, im Abwasser instabil ist. Die einzige Alternative besteht daher darin, Morphin zu verwenden, obwohl dies kein spezifischer Biomarker ist und auch ausgeschieden werden kann, weil es zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird. Damit wird deutlich, weshalb es so wichtig ist, für den Konsum von Morphin die genauen Zahlen aus der Verschreibung und/oder aus Verkaufsberichten zu erfassen.

Muster des Konsums illegaler Drogen: geografische und zeitliche Unterschiede

Die wichtigsten Erkenntnisse 2019

Das Projekt ergab ein Bild von unterschiedlichen geografischen und zeitlichen Mustern des Drogenkonsums in europäischen Städten (siehe Interaktiv: Erforschen Sie die Daten der Studie).

Insgesamt haben sich 2019 die im Abwasser festgestellten Belastungen durch verschiedene Stimulanzien im Vergleich zu vorangegangenen Jahren erhöht.

Die beobachteten BE-Belastungen im Abwasser deuten darauf hin, dass der Kokain-Konsum in west- und südeuropäischen Städten nach wie vor am höchsten ist, insbesondere in Städten in Belgien, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich. In den meisten der untersuchten osteuropäischen Städte wurden äußerst geringe Konzentrationen gefunden, allerdings weisen die jüngsten Daten Anzeichen für einen Anstieg auf.

Die im Abwasser festgestellten Amphetamin-Belastungen variierten an den verschiedenen Orten der Studie deutlich, wobei die höchsten Konzentrationen in Städten in Nord- und Osteuropa festgestellt wurden. In südeuropäischen Städten wurden deutlich niedrigere Amphetamin-Werte gemessen.

Methamphetamin hingegen, dessen Konsum insgesamt niedrig ist und ursprünglich auf Tschechien und die Slowakei konzentriert war, wird nun offenbar auch in Zypern, Ostdeutschland, Spanien und Nordeuropa konsumiert. Die an den anderen Orten beobachteten Methamphetamin-Belastungen waren sehr niedrig bis vernachlässigbar.

Die höchsten MDMA-Massenbelastungen wurden im Abwasser von Städten in Belgien, Deutschland und den Niederlanden festgestellt.

In siebzehn Ländern, die an der Kampagne zur Abwasserüberwachung 2019 teilnahmen, wurden Untersuchungen an zwei oder mehr Studienstandorten durchgeführt (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Schweden, Spanien, Tschechien, Türkei und Zypern). Im Rahmen der Studie wurden Unterschiede zwischen Städten desselben Landes ermittelt, was womöglich teilweise auf die unterschiedlichen sozialen und demografischen Merkmale der Städte (Hochschulen, Vorhandensein von Ausgehvierteln und Altersstruktur der Bevölkerung) zurückzuführen ist. In den meisten Ländern mit mehreren Studienstandorten war die Belastung bei allen vier Substanzen in Großstädten höher als in kleineren Orten.

Neben geografischen Mustern können mit der Abwasseranalyse Schwankungen in den wöchentlichen Mustern des Konsums illegaler Drogen ermittelt werden. Mehr als drei Viertel der Städte weisen am Wochenende (Freitag bis Montag) höhere Amphetamin-, BE- und MDMA-Belastungen im Abwasser als an Wochentagen auf. Höhere BE- und MDMA-Belastungen an Wochenenden (Freitag bis Montag) als an Wochentagen wurden in drei Viertel und höhere Amphetamin-Belastungen an Wochenenden in der Hälfte der Städte gefunden, wohingegen Methamphetamin-Belastungen gleichmäßiger über die gesamte Woche verteilt sind. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass es sich beim Konsum von Kokain und MDMA – und in geringerem Ausmaß von Amphetamin – eher um Freizeitkonsum handelt, während sich das Profil des Methamphetamin-Konsums als problematischer darstellt.

Seit 2011 haben 34 Städte an mindesten fünf der jährlichen Kampagnen zur Abwasserüberwachung teilgenommen. Auf der Grundlage von Abwasseruntersuchungen können dadurch Zeitreihenanalysen des Drogenkonsums durchgeführt werden.

Kokain

Die beobachteten BE-Belastungen im Abwasser deuten darauf hin, dass der Kokain-Konsum in west- und südeuropäischen Städten nach wie vor am höchsten ist, insbesondere in Städten in Belgien, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich. In den meisten der untersuchten osteuropäischen Städte wurden äußerst geringe Konzentrationen gefunden, allerdings weisen die jüngsten Daten Anzeichen für einen Anstieg auf.

Abbildung 1
Kokainrückstände/-metabolit (Benzoylekgonin) im Abwasser in ausgewählten europäischen Städten, 2019

Für die meisten Städte ergibt sich im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 ein relativ stabiles Bild des Kokain-Konsums. Die ermittelten allgemeinen Muster ähnelten sich in den ersten fünf aufeinander folgenden Überwachungskampagnen, wobei die höchste und die niedrigste BE-Belastung in denselben Städten und Regionen gemessen wurden. Die meisten Städte wiesen zwischen 2011 und 2015 einen rückläufigen oder stabilen Trend auf. 2016 waren erste Anzeichen für eine Veränderung dieses Musters erkennbar und seither wurde in den meisten Städten alljährlich ein Anstieg verzeichnet. Der Trend für 2019 zeigt einen weiteren Anstieg des Konsums, wobei 27 der 45 Städte, aus denen Daten für 2019 und 2018 vorliegen, einen Anstieg verzeichneten. Bei 13 der 14 Städte, aus denen Daten für 2011 und 2019 verfügbar sind, wurden längerfristig steigende Werte beobachtet.

Abbildung 2: Kumulierte Trends bei Kokainmetaboliten in 10 europäischen Städten, 2011 bis 2019

 

NB: Trends bei den mittleren Tagesmengen von Benzoylekgonin in Milligramm pro 1 000 Einwohner in Antwerpen (Zuid, BE), Barcelona, Castellón und Santiago (ES), Paris (Seine Centre, FR), Zagreb (HR), Mailand (IT), Eindhoven und Utrecht (NL) sowie Oslo (NO). Diese zehn Städte wurden aufgrund der Verfügbarkeit von jährlichen Daten für 2011-2019 ausgewählt.

Mehrere Quellen deuten darauf hin, dass der Kokainkonsum zunimmt. In einer Trendforschungsstudie der EMCDDA aus dem Jahr 2018 wurde festgestellt, dass die höhere Verfügbarkeit von Kokain auf den Drogenmärkten in Europa dazu führen könnte, dass der Konsum in manchen Ländern zunimmt und sich möglicherweise auf Osteuropa ausdehnt, wo die Droge früher kaum konsumiert wurde. Das sich aus Erhebungen in der Allgemeinbevölkerung ergebende Bild weist auf einen stabilen oder ansteigenden Kokainkonsum hin. Abwasseranalysen ergeben in den meisten Städten, für die für die Jahre 2015 und 2019 Daten vorlagen, eine Zunahme der Kokainrückstände. Es gibt drei plausible Erklärungen für eine Zunahme von BE im Abwasser: mehr Personen konsumieren Kokain; dieselben Personen konsumieren mehr Kokain; der Reinheitsgrad der Droge hat zugenommen. Ein höherer Reinheitsgrad führt dazu, dass bei einer gegebenen Menge Kokain mehr BE ins Abwasser gelangt. Dieser Anstieg könnte aber auch auf eine Kombination aller drei genannten Ursachen zurückzuführen sein (EMCDDA, 2018). 

In der Mehrheit der Länder mit mehreren Studienstandorten war die Kokain-Belastung in Großstädten höher als in kleineren Städten. Neben geografischen Mustern können mit der Abwasseranalyse Schwankungen in den wöchentlichen Mustern des Konsums illegaler Drogen ermittelt werden. Mehr als drei Viertel der Städte weisen am Wochenende (Freitag bis Montag) eine höhere BE-Belastung im Abwasser auf als an Wochentagen, was darauf hinweisen dürfte, dass hier der Schwerpunkt auf dem Freizeitkonsum liegt.

MDMA

Die höchsten MDMA-Massenbelastungen wurden im Abwasser von Städten in Belgien, Deutschland und den Niederlanden festgestellt.

Abbildung 3
MDMA-Rückstände im Abwasser in ausgewählten europäischen Städten, 2019

Bis vor Kurzen zeigten Erhebungen in der Allgemeinbevölkerung, dass die MDMA-Prävalenz in vielen Ländern abnahm, wobei die Spitzenwerte Anfang und Mitte der 2000er Jahre gemessen wurden. In den letzten Jahren zeigte sich jedoch ein gemischtes Bild ohne eindeutige Trends. Höhere Prävalenzraten könnten darauf hinweisen, dass MDMA keine Nischendroge oder Droge der Subkulturen mehr darstellt, deren Konsum auf Nachtclubs und Partys beschränkt ist, sondern mittlerweile von einem breiteren Spektrum junger Menschen im gewöhnlichen Nachtleben, wie in Bars und auf Privatpartys, konsumiert wird. 

Betrachtet man die langfristigen Trends in der Abwasseranalyse, so lag die MDMA-Belastung in 11 von 12 Städten, für die Daten für 2011 und 2019 vorliegen, im Jahr 2019 über jener von 2011. In einigen Städten, darunter Amsterdam, Eindhoven und Antwerpen, wurde ein starker Anstieg verzeichnet. In den meisten Fällen stieg die Belastung zwischen 2011 und 2016 an, ging 2017 zurück und blieb 2018 stabil. 2019 deuten die Daten für die meisten Städte jedoch auf eine Zunahme hin.

Abbildung 4: Kumulierte Trends bei MDMA-Rückständen in 10 europäischen Städten, 2011 bis 2019

 

NB: Trends bei den mittleren Tagesmengen von MDMA in Milligramm pro 1 000 Einwohner in Barcelona und Castellón (ES), Zagreb (HR), Mailand (IT) und Oslo (NO). Diese fünf Städte wurden aufgrund der Verfügbarkeit von jährlichen Daten für 2011-2019 ausgewählt.

In den meisten Ländern war die MDMA-Belastung in Großstädten höher als in kleineren Orten. Außerdem wiesen mehr als drei Viertel der Städte am Wochenende (Freitag bis Montag) eine höhere MDMA-Belastung im Abwasser auf als an Wochentagen, was darauf hinweist, dass im Falle von Ecstasy der Schwerpunkt nun in unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen auf dem Freizeitkonsum liegt.

Amphetamin und Methamphetamin

In Europa werden sowohl Amphetamin als auch Methamphetamin konsumiert, zwei eng verwandte synthetische Stimulanzien; allerdings ist Amphetamin wesentlich weiter verbreitet. Der Konsum von Methamphetamin war ursprünglich auf Tschechien und seit einiger Zeit auch die Slowakei beschränkt, allerdings ist in den letzten Jahren eine Zunahme des Konsums in anderen Ländern zu beobachten.

Die im Abwasser festgestellten Amphetamin-Belastungen variierten an den verschiedenen Orten der Studie deutlich, wobei die höchsten Konzentrationen in Städten in Nord- und Osteuropa festgestellt wurden. In südeuropäischen Städten wurden deutlich niedrigere Amphetamin-Werte gemessen.

Die Methamphetamin-Belastungen variierten an den verschiedenen Orten. Die Droge fand sich im Abwasser von Städten in Zypern, im Osten Deutschlands, in Spanien, in mehreren nordeuropäischen Ländern (Dänemark, Finnland, Litauen und Norwegen) sowie in Tschechien und in der Slowakei. Die an den anderen Orten beobachteten Methamphetamin-Belastungen waren sehr niedrig bis vernachlässigbar.

Abbildung 5
Amphetamin-Rückstände im Abwasser in ausgewählten europäischen Städten, 2019

Abbildung 6
Methamphetamin-Rückstände im Abwasser in ausgewählten europäischen Städten, 2019

Insgesamt weisen die Daten aus den neun Überwachungskampagnen in Bezug auf Amphetamin und Methamphetamin auf keine wesentlichen Veränderungen der allgemeinen Konsummuster hin. Die neuesten verfügbaren Daten zeigen jedoch, dass 21 von den 41 Städten, aus denen Daten für 2018 und 2019 verfügbar sind, einen Anstieg bei Amphetamin verzeichneten, wobei die gemessenen Belastungen an den Wochenenden höher ausfielen. 

Abbildung 7: Kumulierte Trends bei Amphetamin-Rückständen in 6 europäischen Städten, 2011 bis 2019

 

NB: Trends bei mittleren Tagesmengen von Amphetamin in Milligramm pro 1 000 Einwohner in Antwerpen (Zuid, BE), Barcelona, Castellón und Santiago (ES), Paris (Seine Centre, FR) und Zagreb (HR). Diese sechs Städte wurden aufgrund der Verfügbarkeit von jährlichen Daten für 2011-2019 ausgewählt.

Abbildung 8: Kumulierte Trends bei Methamphetamin-Rückständen in 7 europäischen Städten, 2011 bis 2019

 

NB: Trends bei mittleren Tagesmengen von Methamphetamin in Milligramm pro 1 000 Einwohner in Antwerpen Zuid (BE), Barcelona, Castellón und Santiago (ES), Paris Seine Centre (FR), Mailand (IT) und Oslo (NO). Diese sieben Städte wurden aufgrund der Verfügbarkeit von jährlichen Daten für 2011-2019 ausgewählt.

Bei Amphetamin und Methamphetamin konnten keine Unterschiede in Bezug auf die Belastungen zwischen Großstädten und kleineren Städten gefunden werden.

Im Falle von Amphetamin weisen seit 2018 mehr Städte am Wochenende (Freitag bis Montag) als an Wochentagen eine höhere Belastung im Abwasser auf, was möglicherweise auf einen verstärkten Freizeitkonsum im Vergleich zur Vergangenheit hinweist. Hingegen wurde festgestellt, dass sich der Methamphetamin-Konsum gleichmäßiger über die gesamte Woche verteilt, was möglicherweise auf einen dauerhafteren Hochrisikokonsum durch eine kleine Gruppe von Konsumenten hinweist. 

Vergleich mit Ergebnissen anderer Überwachungsinstrumente

Da die Abwasseranalyse (kollektiver Konsum der Substanzen innerhalb einer Gemeinschaft) und bewährte Überwachungsinstrumente, wie etwa Erhebungen in der Bevölkerung (Prävalenz im letzten Monat oder Jahr), verschiedene Arten von Informationen liefert, ist ein direkter Vergleich der Daten schwierig. Jedoch stimmen die Muster und Trends, die durch die Abwasseranalyse festgestellt wurden, weitgehend, aber nicht vollständig mit den Analysen anhand anderer Überwachungsinstrumente überein. 

So vermitteln Daten aus Beschlagnahmungen und aus der Abwasseranalyse beide das Bild eines geografisch uneinheitlichen Marktes für Stimulanzien in Europa, wobei Kokain im Süden und Westen eine höhere Prävalenz aufweist, während Amphetamine häufiger in mittel- und nordeuropäischen Ländern vorkommen (EMCDDA, 2017). Ähnliche Ergebnisse finden sich auch in Daten aus Erhebungen in der Bevölkerung zum Drogenkonsum. Während das im Abwasser festgestellte Muster im Allgemeinen mit bewährten Überwachungsinstrumenten übereinstimmt, gibt es einige Ausnahmen: Die Amphetamin-Belastungen im Abwasser in Paris liegen in den aufeinander folgenden jährlichen Kampagnen zur Abwasserüberwachung unterhalb der Nachweisgrenze, was den Befunden anderer Überwachungsinstrumente jedoch widerspricht. 

Daten bewährter Indikatoren zeigen, dass der Methamphetamin-Konsum in der Vergangenheit auf Tschechien und zuletzt auch auf die Slowakei begrenzt war, obwohl in den letzten Jahren ein zunehmender Konsum in anderen Ländern beobachtet wurde (EMCDDA, 2016a). Diese Feststellungen werden durch aktuelle abwasserbasierte epidemiologische Untersuchungen bestätigt, in denen die höchsten Methamphetamin-Belastungen in tschechischen, slowakischen, deutschen und finnischen Städten festgestellt wurden.

Bewährte Indikatoren zeigen, dass die MDMA-Prävalenz bis vor Kurzem in vielen Ländern abnahm, wobei die Spitzenwerte Anfang und Mitte der 2000er Jahre gemessen wurden. Abwasserdaten und Daten bewährter Indikatoren zeigen, dass sich dies zu ändern scheint. So meldete die überwiegende Mehrheit der Städte 2016 oder 2017 höhere MDMA-Belastungen im Abwasser als 2011.

Ebenso deuten Studien, die sich jeweils auf den selbstberichteten Drogenkonsum und auf Abwasserdaten stützen, auf dieselben wöchentlichen Unterschiede im Konsum hin, wobei Stimulanzien wie Amphetamin und Kokain in erster Linie auf am Wochenende stattfindenden Musikveranstaltungen und im Zusammenhang mit der Feierkultur konsumiert werden (Tossmann et al., 2001).

  1. Es wird eine begrenzte, aber stetig steigende Anzahl von Studien veröffentlicht, in denen Schätzungen des Drogenkonsums mittels Abwasseranalysen und Schätzungen aus epidemiologischen Erhebungen miteinander verglichen werden (EMCDDA, 2016b; van Wel et al., 2015). Während 2012 lediglich in einer berichteten Studie der Versuch unternommen wurde, die Abwasseranalyse im Vergleich zu herkömmlichen epidemiologischen Verfahren zu beurteilen (Reid et al., 2012), hat sich diese Zahl mittlerweile auf über 20 veröffentlichte Forschungsartikel erhöht, die sich mit einem Vergleich der durch eine Abwasseranalyse ermittelten Daten und der anhand anderer Indikatoren erhobenen Daten befassen.

Eine erste Studie, die in Oslo (Norwegen) durchgeführt und 2012 veröffentlicht wurde, verglich die Ergebnisse von drei verschiedenen Datensätzen (eine Erhebung in der Allgemeinbevölkerung, eine Umfrage auf der Straße und eine Abwasseranalyse) (Reid et al., 2012).

Andere, aktuellere Studien vergleichen und korrelieren abwasserbasierte Schätzungen des Konsums illegaler Drogen mit anderen Datenquellen, u. a. mit Selbstauskünften (Been et al., 2015; Castiglioni et al., 2016; van Wel et al., 2016a), Konsumdelikten (Been et al., 2016a), Beschlagnahmungen illegaler Drogen (Baz-Lomba et al., 2016; Kankaanpää et al., 2014, 2016), Reinheitsgrad beschlagnahmter Drogen (Bruno et al., 2018), Schätzungen der Spritzenabgabe (Been et al., 2015), toxikologischen Daten (Kankaanpää et al., 2014, 2016) sowie der Anzahl der in Behandlung befindlichen Drogenkonsumenten (Krizman et al., 2016). 

Die Vergleichsstudien wurden mehrheitlich in Europa durchgeführt, u. a. in Belgien (van Wel et al., 2016a), Kroatien (Krizman et al., 2016), Deutschland (Been et al., 2016a), Finnland (Kankaanpää et al., 2014, 2016), Italien (Castiglioni et al., 2016), Spanien (Bijlsma et al., 2018), in der Schweiz (Been et al., 2015; Been et al., 2016b), der Türkei (Daglioglu, 2019) und länderübergreifend (Baz-Lomba et al., 2016, Castrignanò et al., 2018, Löve et al., 2018). Außerhalb Europas wurden in den letzten Jahren Studien veröffentlicht, die abwasserbasierte Schätzungen mit anderen Datenquellen in China (Du et al., 2015), Australien (Tscharke et al., 2015) und in Ländern vergleichen, in denen die Menge der Daten zum Drogenkonsum aufgrund finanzieller Zwänge oder fehlender Überwachungsinstrumente begrenzt ist (Archer et al., 2018; Moslah et al., 2018; Nguyen et al., 2018). 

Diese Beispiele bestätigen, dass der abwasserbasierten Epidemiologie als komplementärem Ansatz zur Gewinnung eines genaueren und ausgewogeneren Bildes des Drogenkonsums innerhalb verschiedener Gemeinschaften in Zukunft große Bedeutung beigemessen wird. Abwasseranalysen können die Ergebnisse von Erhebungen in der Bevölkerung vorhersagen und bei der Feststellung neuer Trends des Drogenkonsums als „Frühwarn“-Instrument verwendet werden. Zur Prüfung der Qualität und Genauigkeit der Daten sind weitere Vergleiche zwischen der Abwasseranalyse und Daten, die durch andere Indikatoren gewonnen wurden, notwendig.

Grenzen dieser Methode

Die Abwasseranalyse bietet eine interessante ergänzende Datenquelle für die Überwachung der Mengen an auf Bevölkerungsebene konsumierten illegalen Drogen, doch liefert sie keine Informationen zur Prävalenz und zur Häufigkeit des Konsums, zu den Hauptkonsumentengruppen und zum Reinheitsgrad der Drogen. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich durch Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Verhalten der ausgewählten Biomarker in der Abwasserleitung, verschiedenen Rückrechnungsmethoden und verschiedenen Ansätzen zur Schätzung der Größe der untersuchten Bevölkerungsgruppe (Castiglioni et al., 2013, 2016; Lai et al., 2014; EMCDDA, 2016b). Die Schwierigkeiten bei der Auswahl der Analyseziele für Heroin beispielsweise machen die Überwachung dieser Droge im Abwasser im Vergleich zu anderen Substanzen komplizierter (Been et al., 2015). Außerdem schwankt der Reinheitsgrad von Produkten im Straßenhandel auf unvorhersehbare Weise im Zeitverlauf und an verschiedenen Standorten. Ferner ist die Umrechnung der konsumierten Gesamtmenge in die entsprechende Anzahl an durchschnittlichen Einzeldosen kompliziert, da Drogen auf unterschiedlichen Wegen und in sehr unterschiedlichen Mengen eingenommen werden können (Zuccato et al., 2008).

Es werden Anstrengungen unternommen, um die Ansätze zur Abwasserüberwachung zu verbessern. So wurde beispielsweise an der Beseitigung einer wichtigen Unsicherheitsquelle gearbeitet, die mit der Schätzung der Anzahl der Personen zusammenhängt, die sich zum Zeitpunkt der Probenahme in einem Abwassereinzugsgebiet aufhalten. Dabei wurden Daten mobiler Geräte genutzt, um die dynamische Bevölkerungsgröße für die abwasserbasierte Epidemiologie besser schätzen zu können (Thomas et al., 2017).

Neue Entwicklungen und die Zukunft

Die abwasserbasierte Epidemiologie hat sich zu einem wichtigen Instrument für die Überwachung des Konsums illegaler Drogen entwickelt, und künftige Richtungen der Abwasserforschung wurden erkundet (EMCDDA, 2016b).

Erstens wurde die Abwasseranalyse als Instrument vorgeschlagen, um einige der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem dynamischen Markt der neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) zu bewältigen. Dies beinhaltet die große Anzahl an einzelnen NPS, die relativ niedrige Prävalenz des Konsums und die Tatsache, dass viele Konsumenten nicht genau wissen, welche Substanzen sie konsumieren. Es wurde ein Verfahren zur Identifikation von NPS entwickelt, welches die Entnahme und Analyse von Mischurin aus alleinstehenden, tragbaren Urinalen in Nachtlokalen, Stadtzentren und auf Musikfestivals beinhaltet. Dadurch werden zeitnahe Daten zu exakt jenen NPS geliefert, die an einem bestimmten Ort zu dem Zeitpunkt konsumiert werden (Archer et al., 2013a, 2013b, 2015; Causanilles et al., 2017b; Kinyua, et al., 2016; Mackulak et al., 2019; Mardal et al., 2017; Reid et al., 2014;). Das europäische Projekt „NPS euronet“ zielte darauf ab, die Fähigkeit zur Identifikation und Bewertung der in Europa konsumierten NPS zu verbessern. Im Rahmen des Projekts wurden innovative analytische chemische und epidemiologische Methoden und ein robustes Risikobewertungsverfahren angewandt, um die Identifikation von NPS zu verbessern, Risiken zu bewerten und das Ausmaß und die Konsummuster in bestimmten Gruppen (z. B. auf Musikfestivals) und in der Bevölkerung zu schätzen (Bade et al., 2017; González-Mariño et al., 2016).

Zweitens ließen sich über die Schätzung des Konsums illegaler Drogen hinaus mit Hilfe von abwasserbasierter Epidemiologie in den letzten Jahren erfolgreich detaillierte Informationen über den Konsum und Missbrauch von Alkohol (Boogaerts et al., 2016; Mastroianni et al., 2017; Rodríguez-Álvarez et al., 2015), Tabak (Senta et al., 2015; van Wel et al., 2016b) und Arzneimitteln in einer bestimmten Population (Baz-Lomba et al., 2016, 2017; Been et al., 2015; Krizman-Matasic et al., 2018; Salvatore et al., 2016) gewinnen. Des Weiteren kann die Abwasseranalyse potenziell Informationen über Gesundheits- und Krankheitsindikatoren innerhalb einer Gemeinschaft liefern (Kasprzyk-Hordern et al., 2014; Thomaidis et al., 2016; Yang et al., 2015).

Drittens ist das Potenzial zur Nutzung von abwasserbasierter Epidemiologie als Instrument zur Ergebnismessung, insbesondere bei der Bewertung der Wirksamkeit von Interventionen, die auf das Angebot (z. B. Strafverfolgung) oder die Nachfrage nach Drogen (z. B. Kampagnen im Bereich der öffentlichen Gesundheit) abzielen, noch nicht vollständig erforscht. Eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Interessengruppen, einschließlich Epidemiologen, Abwasserexperten und Justizbehörden, wird nachdrücklich empfohlen, um die Untersuchung dieser potenziellen Anwendungen von abwasserbasierter Epidemiologie einzuleiten (EBDD, 2016b). Das Projekt WATCH umfasste eine Kampagne, bei der 30 Tage lang in drei Städten in Belgien und den Niederlanden die Produktion synthetischer Drogen überwacht wurde. Während des gesamten Überwachungszeitraums wurden in einer Stadt in den Niederlanden hohe Konzentrationen von MDMA beobachtet, was die Vermutung nahelegt, dass kontinuierlich nicht konsumiertes MDMA aus Quellen im Einzugsgebiet des Abwassers eingeleitet wurde, was darauf hinweist, dass in dieser Region Drogen produziert werden.

Viertens kann die Abwasseranalyse durch eine Rückrechnung der täglichen Belastungen der Kanalisation mit den Zielrückständen Schätzungen des Gesamtkonsums liefern. Man bemüht sich nun besonders um die Ermittlung der besten Verfahren zur Schätzung jährlicher Durchschnitte. 2016 legte die EMCDDA zum ersten Mal Schätzungen über die Marktgröße des Kleinverkaufs illegaler Drogen in Bezug auf die Menge und den Wert der konsumierten Hauptsubstanzen vor (EMCDDA und Europol, 2016). Die Befunde von Abwasseranalysen können voraussichtlich helfen, die Arbeit in diesem Bereich weiterzuentwickeln.

Abschließend ist anzumerken, dass neue Methoden, wie etwa die Erstellung von Profilen von Enantiomeren, entwickelt wurden, um zu bestimmen, ob massive Belastungen von Drogen im Abwasser auf den Konsum, auf die Entsorgung nicht konsumierter Drogen oder auf Produktionsabfälle zurückzuführen sind. Es ist nun wichtig, den möglichen Nutzen der Abwasseranalyse für Berichte über Dynamiken des Drogenangebots, einschließlich der Produktion synthetischer Drogen, zu beurteilen (Emke et al., 2014). So wurde beispielsweise Störungen in einer kleinen Kläranlage in den Niederlanden in der letzten Zeit durch unmittelbare Einleitungen chemischer Abfälle aus einer Produktionsstätte von Drogen in die Kanalisation verursacht. Eine weitere Analyse offenbarte den eigentlichen Syntheseprozess zur Herstellung der entsprechenden Drogen. Die Studie bestätigte, dass die chemischen Abfälle aus der illegalen Herstellung von Stimulanzien zu einem bestimmten chemischen Fingerabdruck führen werden, der im Abwasser rückverfolgt und für forensische Zwecke verwendet werden kann. Derartige Profile können herangezogen werden, um eine Drogenproduktion oder die Entsorgung von Abfällen aus einem Syntheseprozess im Abwassereinzugsgebiet zu erkennen (Emke et al., 2018).

Die Abwasseranalyse hat ihr Potenzial als nützliche Ergänzung zu bewährten Überwachungsinstrumenten im Bereich Drogen bewiesen. Sie hat einige klare Vorteile gegenüber anderen Ansätzen, da sie nicht Gegenstand einer Antwortverzerrung oder Schweigeverzerrung ist und das wahre Spektrum der konsumierten Drogen besser identifizieren kann, da Konsumenten die tatsächliche Mischung der von ihnen eingenommenen Substanzen oftmals nicht kennen. Dieses Instrument hat das Potenzial, zeitnahe Informationen in kurzen Zeitfenstern zu geografischen und zeitlichen Trends zu liefern. Zur Prüfung der Qualität und Genauigkeit der Daten sind weitere Vergleiche zwischen der Abwasseranalyse und Daten, die durch andere Indikatoren gewonnen wurden, notwendig.

Die Methode der Abwasseranalyse hat sich von einem experimentellen Verfahren zu einer neuen Methode im Rahmen des epidemiologischen Instrumentariums entwickelt. Ihre Fähigkeit, schnell neue Trends zu ermitteln, kann dabei helfen, Programme im Bereich der öffentlichen Gesundheit und politische Initiativen auf bestimmte Gruppen von Menschen und die verschiedenen Drogen, die sie konsumieren, auszurichten.

Footnotes

(1) Das Protokoll ist auf der Website der EMCDDA zu finden: www.emcdda.europa.eu/wastewater-analysis

References

  • Archer, J. R. H., Dargan, P. I., Hudson, S. und Wood, D. M. (2013a), „Analysis of anonymous pooled urinals in central London confirms the significant use of novel psychoactive substances“ (Analyse von anonymen Mischurinalen im Zentrum Londons bestätigt umfassenden Konsum neuer psychoaktiver Substanzen), QJM 106 (2), SS. 147–152.
  • Archer, J. R. H., Hudson, S., Wood, D. M. und Dragan, P. I. (2013b), „Analysis of urine from pooled urinals: a novel method for the detection of novel psychoactive substances“ (Analyse von Urin aus Mischurinalen: eine neue Methode zum Nachweis neuer psychoaktiver Substanzen), Current Drug Abuse Reviews, Online-Publikation, 5. Dezember.
  • Archer, J. R. H., Hudson, S., und Jackson, O. (2015), „Analysis of anonymized pooled urine in nine UK cities: variation in classical recreational drug, novel psychoactive substance and anabolic steroid use“ (Analyse anonymisierten Mischurins in neun Städten des Vereinigten Königreichs: Veränderungen in Bezug auf den Konsum klassischer Freizeitdrogen, neuer psychoaktiver Substanzen und anaboler Steroide), QJM 108 (12), SS. 929–933.
  • Archer, E., Castrignanò, E., Kasprzyk-Hordern, B. und Wolfaardt, G. M. (2018), „Wastewater-based epidemiology and enantiomeric profiling for drugs of abuse in South African wastewaters“ (Abwasserbasierte Epidemiologie und Erstellung von Profilen von Enantiomeren für Drogen im Abwasser in Südafrika) , Science of the Total Environment 625, SS. 792–800.
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2. Interaktiv: Erforschen Sie die Daten der Studie

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Die europaweite Studie 2019 , die über 70 Städte umfasst, ergab ein Bild von unterschiedlichen geografischen und zeitlichen Mustern des Drogenkonsums in europäischen Städten. Die Daten der Studie können auf zwei verschiedene Arten dargestellt werden: Sie können die Daten auf einer Karte anzeigen oder ein speziell entwickeltes Diagramm-Werkzeug verwenden. Sie können jederzeit zwischen den beiden Ansichten wechseln.

Vorschau auf Karten-Werkzeuge
Vorschau auf Diagramm-Werkzeug

Verwendung des Diagramm-Werkzeugs Um die Ergebnisse der Studie zu erforschen, wählen Sie die gewünschte „Stadt“ und die „Zieldroge“. Sie können Standorte vergleichen oder tägliche und jährliche Trends erkunden. „Wochenendmittel“ bezeichnet die am Freitag, Samstag, Sonntag und Montag ermittelte durchschnittliche Belastung. „Wochentagsmittel“ bezeichnet die an den anderen Wochentagen ermittelte durchschnittliche Belastung. Die Ergebnisse aus dem Zeitraum 2011-2018 sind in diesem Werkzeug enthalten. Die Abwasserproben werden auf die Urin-Biomarker der Muttersubstanz für Amphetamin, Methamphetamin und MDMA sowie auf den Hauptmetaboliten von Kokain (Benzoylecgonin) untersucht (weitere Informationen siehe den Abschnitt „Analyse“).

Nach Studienstandorten filtern

Um die Ergebnisse zu filtern, wählen Sie aus, welche Standorte aus der folgenden Liste angezeigt werden sollen. Beachten Sie, dass nicht alle Standorte Dateneinträge für alle möglichen Drogen-, Jahr- und Tageswerte besitzen.

Zieldroge auswählen:

*Kokain: bezieht sich auf Benzoylekgonin, den wichtigsten ausgeschiedenen Metaboliten von Kokain.

 
 

Wählen Sie ein Jahr:

Zieldroge auswählen:

Tägliche Muster untersuchen:

Um die Ansicht zu verkleinern, klicken Sie auf eine beliebige Stelle der Karte

Um die Ansicht zu vergrößern, klicken Sie auf einen Standort

 
 
 
 
 
 
 
 

Verwendung der Karte Wenn Sie über die Blasen scrollen, erscheinen der Name der Stadt und die Daten. Durch Hineinzoomen auf das Land, das Sie interessiert, werden zusätzliche Städte angezeigt, was Ihnen eine nähere Erkundung der Daten auf städtischer Ebene in dem betreffenden Land erlaubt. Um die Ergebnisse der Studie eingehender zu erforschen, wählen Sie die „Zieldroge“ und das gewünschte „zeitliche Muster“. „Wochenendmittel“ bezeichnet die am Freitag, Samstag, Sonntag und Montag ermittelte durchschnittliche Belastung. „Wochentagsmittel“ bezeichnet die an den anderen Wochentagen ermittelte durchschnittliche Belastung. Mit der Karte können Sie die Ergebnisse aus dem Zeitraum 2011-2019 anzeigen. Die Blasengrößen sind zwar innerhalb einer Substanz vergleichbar, nicht jedoch zwischen unterschiedlichen Zieldrogen. Die Abwasserproben werden auf die Urin-Biomarker der Muttersubstanz für Amphetamin, Methamphetamin und MDMA sowie auf den Hauptmetaboliten von Kokain (Benzoylecgonin) untersucht (weitere Informationen siehe Abschnitt „Analyse“).

 

Zusätzliche Hinweise:

Das Grafik-Tool wurde am 12. März 2020 vollständig aktualisiert.

Mit der Bevölkerungszahl normalisierte Belastungen: Alle Werte stehen für die Menge der Drogenrückstände in unbehandeltem Abwasser. Die Werte wurden nicht um Ausscheidungsfaktoren berichtigt.

Städte mit mehreren Kläranlagen (STPs): Die Zahlen oder Buchstaben in Klammern stehen für die Kläranlagen, die Daten für die entsprechende Stadt in dieser Studie bereitgestellt haben. Unter „Berlin (4)“ ist beispielsweise der nach der Bevölkerungszahl gewichtete Durchschnittswert von vier unterschiedlichen Kläranlagen in Berlin angegeben.

Werte unterhalb der Nachweisgrenze: Werte, die unterhalb der methodisch bedingten Nachweisgrenze liegen, werden mit Null angegeben.

Benzoylekgonin: Dabei handelt es sich um den wichtigsten ausgeschiedenen Metaboliten von Kokain.

Anmerkungen zu einzelnen Städten

Berlin: Bei der Zusammenführung der Daten für die vier Anlagen wurde berücksichtigt, dass im Fall von Berlin M im Jahr 2014 für Samstag und Sonntag, im Jahr 2015 für Sonntag und Montag, im Jahr 2018 für Samstag und im Fall von Berlin R im Jahr 2017 für Sonntag und Montag keine Proben entnommen wurden.
Bordeaux: Bei der Zusammenführung der Daten für die zwei Anlagen wurde berücksichtigt, dass im Fall von Bordeaux II im Jahr 2018 für Mittwoch keine Proben entnommen wurden.
Bratislava: Im Jahr 2017 hat sich die Methode der Bevölkerungsschätzung (Mobilfunkanschlüsse, einschließlich von Einwohnern ohne ständigen Wohnsitz wie Studierende) im Vergleich zu den Vorjahren (auf der Grundlage der Volkszählung für Einwohner mit ständigem Wohnsitz, De-jure-Bevölkerung) geändert.
Eindhoven: Diese Stadt wies in den Jahren 2012, 2013 und 2014 hohe MDMA-Werte auf, die wahrscheinlich auf die Freisetzung von nicht konsumiertem MDMA in das Abwassersystem zurückzuführen sind. Für Eindhoven wurden zudem 2013 sehr hohe Amphetamin-Werte festgestellt (Ort et al., 2014). 2018 wurden die auffällig hohen MDMA- und Amphetamin-Werte montags und dienstags nicht für die Ermittlung der Wochenend-/Wochentagsmittel herangezogen, weil sie durch Einleitungen von nicht konsumiertem MDMA und Amphetamin beeinflusst waren. Die Ergebnisse für Methamphetamin und Amphetamin sind für 2019 nicht angegeben, da die Werte – möglicherweise aufgrund der Freisetzung von nicht konsumierten Substanzen in das Abwassersystem – beträchtlich abweichen.
Genf: 2019 wurde am Sonntag keine Probe entnommen, weshalb die Wochen- und Wochenendmittel auf Basis von sechs bzw. drei Tagen berechnet wurden.
Istanbul: Die als „Istanbul I“ ausgewiesenen Ergebnisse stehen für einen Anteil von weniger als 1 % (69 000 Personen) an der Bevölkerung im Großraum Istanbul. Die als „Istanbul II-VII“ ausgewiesenen Ergebnisse basieren auf sechs anderen Kläranlagen, die etwa 16,5 Millionen Personen abdecken.
Madrid: Die Ergebnisse beruhen auf einer von mehreren Kläranlagen, die etwa 10 % der Bevölkerung abdeckt. Aufgrund von Arbeiten an der Kläranlage im Zeitraum der Probennahme im Jahr 2018 wurden Teile des Normaldurchflusses zu einer anderen Kläranlage umgeleitet, weshalb für die Normalisierung der Ergebnisse von 2018 eine niedrigere Bevölkerungszahl herangezogen wurde (n=227 869).
Saarbrücken: Die Daten für 2018 stammen aus der Zusammenführung von zwei Anlagen für alle Substanzen außer Methamphetamin; hier lagen die Werte in nur einer Kläranlage oberhalb der Nachweisgrenze.
Santiago: 2019 wurde am Donnerstag keine Probe entnommen, während an zwei Dienstagen Proben entnommen wurden. Deshalb wurden für die Ermittlung der Wochenmittel Proben von zwei Dienstagen und nicht von Donnerstagen herangezogen.
Stockholm: Die als „Stockholm (2)“ ausgewiesenen Ergebnisse stehen für den nach der Bevölkerungszahl gewichteten Durchschnittswert von zwei separaten Zuläufen aus zwei Stockholmer Einzugsgebieten, deren Abwässer in derselben Kläranlage behandelt werden. 2019 wurden die Proben während einer Woche im April und einer Woche im Oktober entnommen; die Ergebnisse für 2019 stellen den Durchschnittswert dieser beiden Wochen dar.
Velenje: 2019 wurde am Donnerstag keine Probe entnommen, während an zwei Dienstagen Proben entnommen wurden. Deshalb wurden für die Ermittlung der Wochenmittel Proben von zwei Dienstagen und nicht von Donnerstagen herangezogen.

3. Begriffe und Begriffsbestimmungen

Rückrechnung 

Rückrechnung ist das Verfahren, bei dem Forscher den Konsum illegaler Drogen in der Bevölkerung anhand der Menge entsprechender Rückstände der Zieldroge, die in die Kläranlage gelangt sind, berechnen bzw. schätzen.

LC-MS/MS

Flüssigkeitschromatographie/Tandem-Massenspektrometrie (LC/MS/MS) ist die am häufigsten angewandte analytische Methode zur Quantifizierung von Drogenrückständen im Abwasser. LC-MS/MS ist ein analytisches chemisches Verfahren, das die Trennmethoden der Flüssigkeitschromatographie mit den Analysemöglichkeiten der Massenspektrometrie verbindet. Angesichts der Komplexität und der erwarteten niedrigen Konzentrationen im Abwasser ist die LC-MS/MS aufgrund ihrer Empfindlichkeit und Selektivität eine der wirkungsvollsten Techniken für diese Analyse.

Metabolit

Spuren konsumierter Drogen gelangen entweder unverändert oder als Gemisch von Metaboliten in das Kanalisationsnetz. Metaboliten sind die Endprodukte des Stoffwechsels, die produziert werden, wenn der Körper die Drogen abbaut.

Rückstand

Die Abwasseranalyse stützt sich auf den Umstand, dass wir Spuren von nahezu allem, was wir zu uns nehmen, darunter auch illegale Drogen, mit unserem Urin ausscheiden. Der Zieldrogenrückstand ist das, was nach der Ausscheidung im Abwasser verbleibt; er wird genutzt, um den Konsum illegaler Drogen in der Bevölkerung zu messen.

Urin-Biomarker

Analytische Chemiker suchen in Abwasserproben nach Urin-Biomarkern (messbare Eigenschaften zur Berechnung des Drogenkonsums der Bevölkerung); dies können die Muttersubstanz (d. h. die Primärsubstanz) oder ihre Metaboliten im Urin sein.

Enantiomer-Profilerstellung

Bei der Enantiomer-Profilerstellung handelt es sich um ein Verfahren der analytischen Chemie zur Feststellung, ob untersuchte Drogen im Abwasser auf den Konsum oder eine unmittelbare Entsorgung (Produktionsabfälle) zurückzuführen sind. Sie stützt sich auf den Umstand, dass chirale Moleküle (sofern nur ein chirales Zentrum vorliegt) als zwei Enantiomere (entgegengesetzte Formen) existieren, die nicht-deckungsgleiche Spiegelbilder voneinander darstellen. Da sich das Enantiomerverhältnis nach der Verstoffwechslung im menschlichen Organismus verändert, lässt sich anhand der Enantiomerfraktion bestimmen, ob die untersuchten Drogen im Abwasser auf einen Konsum zurückzuführen sind.

4. Erläuterung der Abwassermethode und Auseinandersetzung mit ethischen Fragen

Um die Höhe des Drogenkonsums anhand des Abwassers zu schätzen, versuchen die Forscher zunächst, Drogenrückstände zu ermitteln und zu quantifizieren, und sodann die Menge der illegalen Drogen, die von der an Kläranlagen angeschlossenen Bevölkerung konsumiert wird, zurückzurechnen (Castiglioni et al., 2014). Dieser Ansatz umfasst mehrere Schritte (siehe Abbildung). Zunächst werden in einem abgegrenzten geografischen Gebiet Mischproben von unbehandeltem Abwasser aus der Kanalisation genommen. Anschließend werden diese Proben analysiert, um die Konzentrationen der Zieldrogenrückstände zu bestimmen. Danach wird der Drogenkonsum durch Rückrechnung geschätzt, indem die Konzentration des jeweiligen Zieldrogenrückstands (ng/l) mit dem entsprechenden Zufluss aus der Kanalisation (l/Tag) multipliziert wird. Ein Korrekturfaktor für die jeweilige Droge wird als Teil der Rechnung berücksichtigt. In einem letzten Schritt wird das Ergebnis durch die an die Kläranlage angeschlossene Bevölkerung dividiert, woraus sich die Menge einer Substanz ergibt, die pro Tag pro 1 000 Einwohner konsumiert wird. Bevölkerungsschätzungen können unter Zuhilfenahme verschiedener biologischer Parameter, Erhebungsdaten, der Zahl der Hausanschlüsse oder der Auslegungskapazität berechnet werden, aber insgesamt ist die Variabilität der verschiedenen Schätzungen in der Regel sehr hoch.

flow chart

Wenngleich mit der Abwasseranalyse in erster Linie Trends des illegalen Drogenkonsums in der Allgemeinbevölkerung untersucht werden, wurde sie auch auf kleine Gemeinschaften angewandt, darunter Arbeitsstätten, Schulen (Zuccato et al., 2017), Musikfestivals, Haftanstalten (Nefau et al., 2017) und bestimmte Stadtviertel (Hall et al., 2012).

Der Einsatz dieser Methode in kleinen Gemeinschaften kann ethische Risiken bergen (Prichard et al., 2014), wie z. B. die mögliche Ermittlung einer bestimmten Gruppe innerhalb der Gemeinschaft.

Die SCORE-Gruppe veröffentlichte 2016 ethische Leitlinien für abwasserbasierte Epidemiologie und verwandte Gebiete (Prichard et al., 2016). Ziel dieser Leitlinien ist es, die wichtigsten potenziellen ethischen Risiken für die Abwasserforschung aufzuzeigen und Strategien zur Verminderung dieser Risiken vorzuschlagen. Risiken zu verringern heißt, die Wahrscheinlichkeit negativer Ereignisse zu senken und/oder die Folgen negativer Ereignisse zu minimieren.

References

  • Castiglioni, S., Thomas, K. V., Kasprzyk-Hordern, B., Vandam, L. und Griffiths, P. (2014), „Testing wastewater to detect illicit drugs: State of the art, potential and research needs“ (Abwasseruntersuchung zur Identifizierung illegaler Drogen: Aktueller Sachstand, Potenzial und wissenschaftliche Erfordernisse), Science of the Total Environment 487, S. 613–620.
  • Hall, W., Prichard, J., Kirkbride, P., et al. (2012), „An analysis of ethical issues in using wastewater analysis to monitor illicit drug use“ (Eine Analyse ethischer Fragestellungen bei der Nutzung der Abwasseranalyse zur Überwachung des illegalen Drogenkonsums), Addiction 107(10), S. 1767-1773.
  • Prichard, J., Hall, W., de Voogt, P. und Zuccato, E. (2014), „Sewage epidemiology and illicit drug research: The development of ethical research guidelines“ (Abwasserbasierte Epidemiologie und Forschung zu illegalen Drogen: Die Entwicklung ethischer Forschungsleitlinien), Science of the Total Environment 47(2), S. 550–555.
  • Prichard, J., Hall, W., Zuccato, E., de Voogt, P., Voulvoulis, N., Kummerer, K., Kasprzyk-Hordern, B. et al. (2016), „Ethical research guidelines for wastewater-based epidemiology and related fields“ (Ethische Forschungsleitlinien für abwasserbasierte Epidemiologie und verwandte Gebiete): https://www.emcdda.europa.eu/activities/wastewater-analysis.

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