Khat (auch bekannt als Qat oder Chat) besteht aus den Blättern und frischen Trieben von Catha edulis, eines blühenden, immergrünen Strauchs, der in Ostafrika und im Südwesten der Arabischen Halbinsel angebaut wird. Khat-Blätter werden typischerweise als Bündel in Bananenblätter eingewickelt. Die Hauptwirkstoffe von Khat sind Cathinon und Cathin (Norpseudoephedrin) (siehe auch das Drogenprofil über synthetische Cathinone). Beim Kauen von Khat werden diese Substanzen in den Speichel freigesetzt. Sie werden rasch resorbiert und eliminiert. Sowohl Cathinon als auch Cathin sind eng mit Amphetamin verwandt und die pharmakologischen Wirkungen von Cathinon ähneln qualitativ denen von Amphetamin, obwohl sie weniger stark sind. Nur die frischen Blätter werden gekaut, weil Cathinon in alten oder trockenen Pflanzenteilen rasch zerfällt. Die Analyse stützt sich auf das charakteristische Aussehen von Khat und den Nachweis von Cathinon und/oder Cathin. Khat steht nicht unter internationaler Kontrolle, wird jedoch von einigen Mitgliedstaaten als illegale Droge gelistet. Cathinon und Cathin sind in Liste I bzw. III des Übereinkommens über psychotrope Substanzen der Vereinten Nationen von 1971 verzeichnet.

Chemie

Molekülstruktur: Cathinon

Molekülformel: C9H11NO
Molekulargewicht: 149.19 g/mol

Molekülstruktur: Cathin

Molekülformel: C9H13NO
Molekulargewicht: 151.21 g/mol

Der wesentliche wirksame Inhaltsstoff von Khat ist S-Cathinon, das auch als (-)-2-Aminopropiophenon oder chemisch exakt als S-(-)-2-Amino-1-phenyl-1-propanon bezeichnet wird. Cathinon ist instabil und wandelt sich innerhalb von einigen Tagen nach der Ernte in ein Dimer (3,6-Dimethyl-2,5-diphenylpyrazin) um. Deshalb muss Khat noch im frischen Zustand konsumiert werden. Cathin (1S, 2S-Norpseudoephedrin; Abbildung 3), eine weitere psychoaktive Substanz, entsteht durch den Metabolismus von Cathinon in der reifen Pflanze. Neben häufigen Pflanzenstoffen wie Tanninen, Terpenen, Flavonoiden und Sterolen kommen in Khat eine Reihe von weiteren Substanzen vor, darunter kleinere Mengen von 1R,2S-Norephedrin und eine große Anzahl von Cathedulinen (polyhydroxylierten Sesquiterpenen). Sowohl Cathinon als auch Cathin sind chemisch eng verwandt mit den Phenethylaminen. So handelt es sich bei Cathinon um das β-Keto-Analogon von Amphetamin. Eine Vielzahl von synthetischen Cathinon-Derivaten sind entwickelt worden, von denen einige Anwendung als Arzneimittelwirkstoffe gefunden haben.

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Physische form

Khat wird gewöhnlich als Bündel von Blättern und frischen Trieben in Bananenblätter eingewickelt vertrieben. Es soll einen scharfen Geschmack und einen aromatischen Geruch haben. Gelegentlich wird über alkoholische Auszüge (Tinkturen) von Khat berichtet, besonders in Geschäften für „Herbal Highs“ (Kräuterstimulanzien) und auf Musikfestivals.

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Pharmakologie

Sowohl Cathinon als auch Cathin sind Stimulanzien des Zentralnervensystems (ZNS), haben jedoch eine geringere Potenz als Amphetamin. Der Konsum von Khat führt zu qualitativ ähnlichen Wirkungen wie Amphetamin, d. h. zu Blutdruckanstieg, einem Zustand der Euphorie und Hochstimmung mit dem Gefühl von gesteigerter Aufmerksamkeit und Wachheit. Anschließend kann es zu Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen kommen. Ein häufiger Konsum hoher Dosen kann psychotische Reaktionen hervorrufen. Als gastrointestinale Wirkungen können Verstopfung und Harnverhaltung auftreten. Über die Bedeutung weiterer Inhaltsstoffe der Khat-Pflanze weiß man weniger. Die euphorischen Wirkungen setzen nach etwa einstündigem Kauen von Khat ein. Die maximalen Plasmaspiegel von Cathinon werden 1,5 bis 3,5 Stunden nach Beginn des Kauens erreicht. Der mittlere Plasmaspiegel kann nach einstündigem Kauen von 60 g frischem Khat 100 ng/ml erreichen. Nach acht Stunden ist Cathinon im Blut kaum mehr nachweisbar. Der First-Pass-Metabolismus von Cathinon in der Leber führt zur Bildung von Norephedrin. Nur 2 % des Cathinons werden unverändert im Urin ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit von Cathinon beträgt 1,5 +/– 0,8 Stunden und die von Cathin 5,2 +/– 3,4 Stunden. Es sind spezifische Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Khat und Herzinfarkt, Leberversagen sowie Mundkrebs vermutet worden, doch in vielen Fällen konnten verzerrende Effekte nicht ausgeschlossen werden.

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Herkunft

Khat besteht aus den Blättern und frischen Trieben von Catha edulis, eines blühenden, immergrünen Strauchs, der in Ostafrika und auf der Arabischen Halbinsel angebaut wird. Es wird gewöhnlich auf dem Luftweg nach Europa eingeführt.

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Anwendung

Khat kann als Tee konsumiert oder geraucht werden, doch die bei weitem häufigste Art der Anwendung ist, die Pflanze zu kauen. Frische Pflanzenteile (Stängel, Blätter und Blütenknospen) werden gekaut und der Saft der zerkauten Pflanze wird geschluckt, während die Rückstände ausgespuckt werden. Normalerweise werden in einer Sitzung 100–200 g Khat-Blätter (ein Bündel) konsumiert, und die Wirkungen halten einige Stunden an. Teeaufgüsse aus getrockneten Blättern werden ebenfalls konsumiert. Mit Ausnahme von Tabak ist die gleichzeitige Anwendung anderer Drogen, wie etwa Alkohol, bei Khat-Konsumenten selten.

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Andere Namen

Khat ist auch als Qat, Chat, Miraa, Murungu und Arabischer oder Abessinischer Tee bekannt.

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Analyse

Obwohl ein Khat-Bündel einigermaßen charakteristisch aussieht, sind botanische und mikroskopische Merkmale nur eingeschränkt geeignet, um die Identität zu bestätigen. Gewöhnlich sind Laboranalysen erforderlich, um das Vorhandensein von Cathinon und/oder Cathin nachzuweisen.

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Typische Reinheiten

Frisches Khat enthält rund 0,1 % Cathinon und kleinere Mengen von Cathin. Obwohl Khat eine inhomogene Pflanzenzubereitung ist, wird es normalweise nicht mit anderen Stoffen verschnitten.

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Kontrollstatus

Khat wurde bereits mehrmals vom WHO-Sachverständigenausschuss für Drogenabhängigkeit (ECDD) beurteilt. Die jüngste Bewertung erfolgte auf der 34. Sitzung des ECDD im Jahr 2006. Catha edulis unterliegt jedoch nach wie vor keiner internationalen Kontrolle, obwohl Cathinon und Cathin seit Anfang der 1980er Jahre in Liste I bzw. III des UN-Übereinkommens von 1971 verzeichnet sind. Khat wird in einer Reihe von europäischen Ländern kontrolliert, darunter Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, Finnland, Schweden, Norwegen und die Schweiz.

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Prävalenz

Das Kauen von Khat ist im Jemen und in einigen ostafrikanischen Ländern traditionell üblich. Doch auch in Europa wird Khat vereinzelten Berichten zufolge als Substanz der Wahl von Einwanderern aus Somalia, Äthiopien, Kenia und Jemen konsumiert. Es wurden einige Studien über den Konsum von Khat in Einwanderergemeinschaften in europäischen Ländern veröffentlicht. Diese wurden jedoch überwiegend im Vereinigten Königreich durchgeführt, und es ist unklar, inwieweit davon ausgegangen werden kann, dass ihre Ergebnisse den Konsummustern woanders in Europa entsprechen. Solche Berichte unterliegen jedoch Abweichungen, die auf der Auswahl der befragten Personen beruhen. Dennoch weisen die verfügbaren Studien auf einen erheblichen Konsum in einigen zugewanderten Gemeinschaften hin. So ergab zum Beispiel eine Studie, dass 2005 von den befragten Somaliern 34 % im Monat vor der Befragung Khat konsumiert hatten, wobei allerdings weniger als 4 % angaben, die Droge täglich zu konsumieren. Im Allgemeinen wird in Studien ein stärkerer Konsum der Pflanze bei Männern, gewöhnlich in Gruppen, beobachtet. Der Konsum von Khat bei Frauen wird möglicherweise unterschätzt, da es sich um ein stärker stigmatisiertes Verhalten handelt und deshalb eher zu Hause oder allein erfolgt. Die meisten Studien deuten darauf hin, dass Khat-Konsumenten wahrscheinlich keine anderen psychoaktiven Substanzen konsumieren, was sie von den meisten anderen Gruppen von Freizeitdrogenkonsumenten in Europa unterscheidet, bei denen polyvalente Konsummuster zunehmend die Norm sind. Der Konsum von Khat in somalischen Gemeinschaften wird auch aus Dänemark (rund 1 350 Konsumenten) und Schweden (2 000-3 000 Konsumenten) berichtet.

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Straßenpreis

Im Vereinigten Königreich wird ein Bündel Khat für rund 5 EUR angeboten, in Ländern, in denen Khat kontrolliert wird, ist der Preis jedoch höher. Khat-Blätter scheinen, möglicherweise aufgrund der Instabilität von Cathinon, gemeinhin nicht über das Internet verkauft zu werden, während jedoch der Vertrieb von Khat-Samen im Internet beobachtet worden ist.

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Medizinische Anwendung

Khat wird bei einigen eingeborenen Völkern in Ostafrika als traditionelles Heilmittel verwendet, doch weder Khat noch seine isolierten Wirkstoffe sind für ihren therapeutischen Nutzen bekannt.

In Deutschland sind Zubereitungen von Cathin, die ohne weitere Suchtstoffe bis zu 5 % als Lösung (Höchstdosis 1 600 mg pro Packungseinheit) oder pro Dosiseinheit bis zu 40 mg Cathin, berechnet als Base, enthalten, von der besonderen Verordnung ausgenommen und dürfen als „normales“ ärztliches Rezept verordnet werden. Im Vereinigten Königreich ist Khat nach dem Arzneimittelgesetz von 1968 als Arzneimittel zugelassen, wurde jedoch bis dato noch nicht als Arzneimittel eingeführt.

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