Kurzes Glossar chemischer und biochemischer Begriffe

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A

Adulterans (Verfälschungsmittel)

Oft Synonym für Streckungsmittel - ein Stoff, der einer Droge als Verdünnung zugesetzt wird. Er kann inert oder pharmakologisch wirken. Solche Verdünnungsstoffe sind in illegal hergestellten Pulvern wie auch in Tabletten zu finden; in diesem Fall kann der Begriff auch Tablettenbinder umfassen.

α2-Adrenergic receptor

α2-Adrenerge Rezeptoren sind die Targets von Catecholamin-Neurotransmittern wie Noradrenalin. Sie kommen im zentralen und peripheren Nervensystem vor und regulieren u. a. die Konstriktion oder Dilatation der Blutgefäße und die Motilität der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt. Agonisten dieses Rezeptors (z. B. Clonidin) werden häufig zur Behandlung von Opioid-Entzugssymptomen verwendet.

Affinitätskonstante

Entspricht der Gleichgewichtsdissoziationskonstante, die bei der Drogen-Rezeptor-Bindung verwendet wird. Gibt an, wie fest ein Ligand (Droge) an einen bestimmten Rezeptor bindet. Ligand-Rezeptor-Affinitäten werden in Mol (M) gemessen und entsprechen der Ligandenkonzentration, bei der die Bindungsstelle eines bestimmten Rezeptors zur Hälfte besetzt ist. Je kleiner die Konstante ist, umso fester ist der Ligand gebunden, und umso höher ist die Affinität zwischen dem Ligand und dem Rezeptor.

Agonist

Ein Stoff, der die gleiche Wirkung wie Neurotransmitter oder andere endogene Moleküle hat. Er hat die entgegengesetzte Wirkung zu einem Antagonisten.

Alkali

In der Regel eine anorganische Base wie Natriumhydroxid oder Natriumcarbonat/-bicarbonat. Durch Kombination mit dem chemisch gebundenen Säurerest kann ein Alkali beispielsweise dafür verwendet werden, ein Salz in die freie Base umzusetzen.

Alkaloid

Eine natürlich vorkommende stickstoffhaltige Base, die oft psychoaktive Eigenschaften hat und in sehr niedriger Dosierung wirken kann (z. B. Kokain, Morphin und einige andere Bestandteile von Opium, Dimethyltryptamin). Alkaloide werden oft als Endprodukte des Pflanzenstoffwechsels angesehen, die zum Schutz gegen Pflanzenfresser entstanden sein können.

Aluminiumfolienverfahren

Eine Art der reduktiven Aminierung, die wenig Ausrüstung erfordert. Ein Vorläuferketon (z. B. P2P, PMK) reagiert in Ethanol mit Aluminiummetallstücken, einem Amin und einem Quecksilberchlorid als Katalysator. Wenn das Amin zu Methylamin und das Keton zu PMK werden, entsteht MDMA.

Amin

Eine chemische Gruppe, die ein Stickstoffatom enthält, das an ein oder mehrere Kohlenstoffatome und ein oder mehrere Wasserstoffatome gebunden ist. Amine sind typischerweise Basen, d. h. sie reagieren mit Säuren und bilden Salze. Die meisten psychoaktiven Substanzen sind primäre oder sekundäre Amine, seltener auch tertiäre oder quartäre Amine.

Anandamid

Auch als N-Arachidonoylethanolamin bekannt, der endogene Ligand für Cannabinoid-Rezeptoren im ZNS und anderen Organen.

Anoxie

Vollständiges bzw. nahezu vollständiges Fehlen von Sauerstoff.

Antagonist

Stoff, der die Wirkung eines anderen Stoffes hemmt (vgl. Agonist).

Anterograde Amnesie

Gedächtnisverlust in Bezug auf Ereignisse, die nach der Anwendung der Benzodiazepine eintreten. Ein solcher Zustand kann auch durch eine unfallbedingte Hirnverletzung auftreten.

Antinozizeptiv

Eine antinozizeptive Substanz unterdrückt die Schmerzwahrnehmung.

B

Base

Eine stickstoffhaltige Substanz, die mit Säuren unter Bildung eines Salzes reagiert und, wenn sie von Pflanzen abgeleitet ist, auch als Alkaloid bezeichnet wird. Viele Basen sind unlöslich in Wasser, aber löslich in organischen Lösemitteln.

Bufotenin

In den Hautdrüsen (Ohrspeicheldrüsen) von Bufo alvarius (Colorado-Kröte) und Bufo marinus (Agakröte) häufig vorkommendes Indolalkaloid. Findet sich auch in den Samen und Blättern von Piptadenia peregrina und Piptadenia macrocarpa (in den chinesischen Zubereitungen Yixin Wan, Kyushin und Lu-Shen Wan) sowie in den Pilzen Amanita citrina, Amanita porphyria und Amanita tomentella. Bufotenin besitzt eine serotonerge Wirkung; darüber hinaus hemmt es Natrium, Kalium und Muskel-ATP.

C

Cannabinoid

Vertreter einer Gruppe von Verbindungen, die nur in Cannabis sativa vorkommen, wie Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) und Tetrahydrocannabinol (THC).

CAS

Chemical Abstracts Service. Eine Organisation zur Indexierung der weltweit veröffentlichten Literatur und Patente auf dem Gebiet der Chemie (http://www.cas.org/).

CB1 Rezeptor

Ein Cannabinoid-Rezeptor, der sich vorwiegend im ZNS befindet. THC verhält sich am CB1-Rezeptor als ein Agonist, der dann für die psychoaktiven Wirkungen verantwortlich ist. Andere Cannabinoid-Rezeptoren, beispielsweise. CB2 befinden sich hauptsächlich im Immunsystem und sind teilweise an der Schmerzwahrnehmung beteiligt.

CBD

Cannabidiol (CBD) ist eines von mehreren Cannabinoiden in Cannabis sativa. Es wirkt als Antagonist zu THC und liegt in Cannabisharz in höherer Konzentration als in Cannabis vor.

CBN

Cannabinol (CBN) ist ein Cannabinoid und ein Oxidationsprodukt von THC. Es kommt normalerweise nur in gealterten Proben von Cannabis und Cannabisharz vor.

CYP2D6-Enzym

CYP2D6 ist ein Mitglied der Familie der Cytochrom-P450-Monooxygenase-Enzyme in der Leber, welche die oxidative Biotransformation von endogenen und exogenen Substanzen, darunter viele wichtige Arzneimittel/Drogen, katalysieren.

D

O-Desmethyltramadol (ODT)

O-Desmethyltramadol (ODT) ist ein biologisch wirksamer Hauptmetabolit von Tramadol, einem synthetischen Opioid-Analgetikum mit geringem Missbrauchspotential. ODT besitzt eine viel höhere Affinität zum Opioid-Rezeptor und eine stärkere analgetische Wirkung als die Muttersubstanz.

Diastereoisomere

Moleküle, die zwei Asymmetriezentren besitzen, können vier Diastereoisomere bilden (d. h. zwei Paare von Enantiomeren). So gibt es Ephedrin beispielsweise als vier Diastereoisomere, von denen zwei als Pseudoephedrine bezeichnet werden.

Dimer

Ein Molekül, das aus zwei gleichen Hälften besteht.

Diterpenoide

Eine Gruppe von Naturprodukten, in denen formal vier Isopreneinheiten (C5) ein Diterpen (C20) bilden. Zu den bekannten Diterpenoiden zählen: das Antikrebsmittel Paclitaxel (Taxol), der Pflanzenpigmentbestandteil Phytol sowie die Vitamine A und E. Wichtige psychoaktive Diterpenoide sind Salvinorin A und Δ9-Tetrahydrocannabinol.

DOB

4-Brom-2,5-dimethoxyamphetamin (auch als Brolamphetamin bekannt) ist eine synthetische Verbindung des Amphetamintyps, die international gemäß der UN-Vereinbarung zu psychotropen Substanzen von 1971 kontrolliert wird. Es handelt sich um eines der stärksten Halluzinogene, das in oralen Dosen von 1–3 mg wirksam ist. DOB ist ein selektiver Agonist an Serotoninrezeptor-Subtypen, insbesondere 5-HT2A, im Gehirn, aber auch ein starker Vasokonstriktor an der Peripherie.

Dopamin/dopaminerg

Beispiel eines Neurotransmitters, ein natürlich vorkommendes substituiertes Phenethylamin. Substanzen, die mit diesem Rezeptor wechselwirken, werden als dopaminerg bezeichnet.

E

Ecstasy

Ursprünglich eine Bezeichnung für MDMA, beschreibt inzwischen aber allgemein für eine breite Reihe substituierter Phenethylamine und, weniger genau, einige nicht verwandte Stoffe.

Ehrlich-Reagenz

Ein Feldtestreagenz, das aus 4-(Dimethylamino)benzaldehyd, Ethanol und Salzsäure besteht. Es wird zum Nachweis von Aminen (Kokain, Phencyclidin, uws.) und Indol-Derivaten (Psilocybin, LSD, Yohimbin, usw.) verwendet. Seine modifizierte Version enthält 4-(Dimethylamino)benzaldehyd, Essigsäure und Perchlorsäure.

Empathogen

Eine Substanz, die Mitgefühl mit anderen Menschen erzeugt, meist Bezeichnung für MDMA und verwandte Drogen. Siehe auch unter Entaktogen.

Enantiomer

Eines von zwei Stereoisomeren, die sich durch ein asymmetrisches Kohlenstoffatom in einem Molekül ergeben. Die beiden Enantiomere sind einander spiegelbildlich aufgebaut, wobei die links- und rechtshändigen Formen mit S (sinister) bzw. R (rectus) bezeichnet werden. Enantiomere Paare wurden früher mit d (dextro) bzw. l (laevo) oder durch die Symbole (+) und (–) bezeichnet.

Endogen

Die Eigenschaft einer natürlich vorkommenden Substanz, die aus einem Organismus, Gewebe oder einer Zelle stammt, oder davon gebildet wird.

Entaktogen

Eine Substanz, die eine sozialisierende Wirkung und den Wunsch nach Körperkontakt erzeugt, meist Bezeichnung für MDMA und verwandte Drogen. Siehe auch unter Empathogen.

F

First-Pass-Metabolismus

Der Effekt, durch den die Konzentration eines oral verabreichten Wirkstoffes verringert wird, bevor er in den systemischen Kreislauf gelangt, weil ein Teil des Wirkstoffes häufig bereits bei der ersten Passage durch die Leber verstoffwechselt wird.

Flashback

Ein unerwartetes, episodisches Wiederkehren der Wirkungen einer halluzinogenen Droge eine Zeitlang nach deren Verwendung. In der vierten Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) der American Psychiatric Association wird dieses Phänomen als „Hallucinogen Persisting Perception Disorder“ (deutsch: fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch) bezeichnet.

G

GABA

GABA ist die Abkürzung für Gammaaminobuttersäure und bezeichnet den wichtigsten hemmenden Neurotransmitter im Gehirn. GABA kann an drei verschiedene Klassen von GABA-Rezeptoren auf den Hirnzellen binden. Arzneimittel (wie z. B. Benzodiazepine), die diese Rezeptoren aktivieren (Agonisten), haben typischerweise entspannende, angstlösende und antikonvulsive Wirkung.

Gasphasen-Infrarot-Spektrofotometrie

Absorption von Infrarotstrahlung durch Dämpfe, die ein für die jeweilige Substanz charakteristisches Spektrum erzeugen.

GCMS

Die Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) ist eine Methode zur Identifizierung verschiedener Substanzen in einer Analysenprobe.

Grand-mal-Epilepsie

Wird auch als tonisch-klonischer Anfall bezeichnet und ist von Bewusstseinsverlust und starken Muskelkontraktionen gekennzeichnet. Die Ursache ist eine anomale elektrische Aktivität im gesamten Gehirn, deshalb ist in der Regel der gesamte Körper von den Anzeichen und Symptomen betroffen.

Growkits

Zuchtboxen mit allen Utensilien, die für eine Anzucht halluzinogener Pilze (z. B. Psilocybe cubensis, Psilocybe tampensis) erforderlich sind. In der Regel enthalten sie besiedeltes Substrat, einen Beutel mit einem Luftfilter und Büroklammern. Je nach Pilzart lassen sich mit einem Growkit im Durchschnitt innerhalb weniger Wochen mehrere Hundert Gramm (200 – 300 Gramm in 3 Wochen) anziehen.

H

Halbwertszeit

Die Zeitspanne, in der die Konzentration einer Droge in einem Gewebe (z. B. im Blut) auf 50 % ihres Anfangswerts absinkt.

Halluzination

Wahrnehmung z. B. eines Objekts oder einer Person, ohne dass das Objekt bzw. die Person vorhanden ist.

Halluzinogen

Eine Substanz, die hauptsächlich Wahrnehmungsstörungen, vor allem der visuellen und auditorischen Wahrnehmung, erzeugt. Die Wirkungen können auch über Wahrnehmungsstörungen hinaus bis zu Änderungen der Denkweise, der Stimmung und der Persönlichkeitsintegration (Selbstbewusstsein) reichen. Der Begriff ist insofern etwas irreführend, als halluzinogene Substanzen allgemein keine echten Halluzinationen verursachen (d. h. sinnliche Wahrnehmungen ohne externe Stimuli). Der Begriff ist jedoch in der wissenschaftlichen Welt allgemein anerkannt.

Homologe

Wenn sich eine Reihe von chemischen Verbindungen nur durch ein konstantes Strukturelement unterscheidet, wird diese als homologe Reihe bezeichnet. So sind MDA, MDMA und MDEA Homologe, in denen sich jedes aufeinander folgende Glied von der vorhergehenden Struktur durch eine Methylenkomponente (CH2) unterscheidet.

5-HT2A-Rezeptor

Ein Untertypus von Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT)-Rezeptoren; 5-HT2A-Rezeptoren kommen im Gehirn und in der Peripherie vor und binden den endogenen Neurotransmitter 5-HT. Klassische Halluzinogene, wie LSD, Psilocin oder DOB sind Agonisten von 5-HT2A-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. In der Peripherie sind 5-HT2A-Rezeptoren an verschiedenen kardiovaskulären Funktionen, der Thrombozytenaggregation und Nozizeption beteiligt.

Hydrate

Einige Salze enthalten Wasser, das in ihrer Kristallstruktur chemisch gebunden ist: diese werden als Hydrate bezeichnet. Ein Beispiel ist Heroin(-hydrat-)hydrochlorid, dessen Molekülstruktur ein Wassermolekül enthält.

Hyperkapnie

Erhöhter Kohlendioxydgehalt im Blut.

Hyperpyrexie

Ungewöhnlicher und extremer Anstieg der Körpertemperatur auf über 42 °C (107,6 °F).

I

Ibotensäure

Excitotoxin, das natürlicherweise u. a. in den Pilzen Amanita muscaria and Amanita pantherina vorkommt. Dieses wirkungsstarke Neurotoxin wird in der pharmakologischen und toxikologischen Forschung als „Hirn schädigendes Mittel“ verwendet und hat sich bei Injektion ins Gehirn als hoch neurotoxisch erwiesen. Es ist drei bis zehn Mal wirksamer als Glutaminsäure und wird zur Untersuchung der exzitatorischen Mechanismen der Glutamat-Neurotransmission eingesetzt.

Ileum

Das letzte und längste Segment des Darms mit einer großen Oberfläche. Weithin verfügbare Ileumzubereitungen von Nagern werden in der pharmakolgischen Bewertung von Opioid-Rezeptoragonisten und -antagonisten vielfach eingesetzt.

Immunoassay

Ein biochemischer Test, mit dem das Vorhandensein oder die Konzentration einer Substanz in Lösungen, die häufig ein komplexes Substanzgemisch enthalten, gemessen wird.

Infrarotspektroskopie

Infrarot(IR)-Spektroskopie ist eine Analysentechnik, die zur Charakterisierung der Atomgruppen (z. B. CH, C=C, C=O, C(=O)NH2, OH) von organischen Verbindungen, die elektromagnetische Strahlung im Wellennummernbereich 4 000–400 cm-1 (Wellenlängenbereich 0,25–25 μm) absorbieren, eingesetzt wird.

INN

International Non-Proprietory Name (Internationaler Freiname). Wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Substanzen definiert, die therapeutische Bedeutung haben oder hatten.

Insomnie

Dieser Begriff fasst Einschlafschwierigkeiten, häufiges Erwachen während der Nacht, (zu) früh morgendliches Erwachen sowie fehlendes Gefühl der Erholung nach dem Schlaf zusammen.

IUPAC

International Union of Pure and Applied Chemistry (Internationale Union für reine und angewandte Chemie). Das für die systematische Benennung chemischer Verbindungen zuständige Gremium (http://www.iupac.org/index_to.html).

K

Kratom

Die gebräuchliche Bezeichnung für den tropischen Baum Mitragyna speciosa und die aus seinen Blättern gewonnene Droge. In niedrigen Dosen hat die Droge stimulierende Wirkungen, während sie in hoher Dosierung beruhigend wirkt. Kratom-Präparate werden in der Volksmedizin und auch als Opiumersatz verwendet.

L

Leuckart-Route

Ein häufig genutztes Verfahren zur Umsetzung von Ketonen (z. B. P2P und PMK) in die entsprechenden Amine unter Verwendung von Ameisensäure, Ammoniumformiat oder Formamid/Methylformamid als Reagenzien. Mit P2P als Keton ergeben sich Amphetamin oder Methamphetamin, während MDA und MDMA aus dem Keton PMK entstehen.

Ligand

Eine Substanz, die über zwischenmolekulare Kräfte an ein anderes Biomolekül binden kann (Substrat/Rezeptor) um einen Komplex zu bilden, indem sie seine chemische Konformation verändert (dreidimensionale Gestalt).

Lipophil

Die Eigenschaft einer Substanz, von Fettgewebe/organischen Lösemitteln leicht aufgenommen zu werden, in Wasser dagegen schlecht lösbar zu sein.

M

Marquis-Test

Ein Feldtest mit einem Reagens aus 10 % Formaldehyd in konzentrierter Schwefelsäure. Bei Mischung dieses Reagens mit verschiedenen Drogen ergeben sich unterschiedliche Farben.

Massenspektrum

Ein Muster geladener Molekülfragmente, die durch den Beschuss von Molekülen mit Elektronen entsteht. Das Fragmentierungsmuster ist für das Molekül charakteristisch.

Mescalin (3,4,5-Trimethoxyphenethylamin)

Ein aus dem mexikanischen Peyote-Kaktus gewonnenes Alkaloid mit halluzinogener Wirkung. 1897 isolierte der deutsche Chemiker Arthur Heffter erstmals Mescalin aus dem Peyote-Kaktus.

Metabolismus (Stoffwechsel)

Bei einem Lebewesen ablaufende chemische Umwandlungsprozesse von der Aufnahme eines Nährstoffs über dessen Verwertung bis hin zur Ausscheidung der Abfallprodukte. Beim Tier und beim Menschen gehen Verdauung und Resorption als erste Schritte einer komplexen Abfolge von Zersetzungs-, Synthese-, Hydrolyse- und Oxidationsprozessen voraus, an denen Substanzen wie Enzyme, Gallensäuren und Salzsäure beteiligt sind. Diese Prozesse laufen oft dezentralisiert in bestimmten Organen, Geweben und Zelltypen ab.

Metabolit

Zwischenprodukt, das bei den Stoffwechselprozessen einer lebenden Zelle bzw. eines Lebewesens erzeugt und genutzt wird.

Miosis (Myosis)

Die Verengung der Pupillen des Auges ist eine normale Reaktion auf Licht. Stecknadelkopfgroße Pupillen sind eine der charakteristischen Wirkungen von Opioiden sowie von sedierenden hypnotischen Substanzen (z. B. Barbiturate, Benzodiazepine und Gamma-Hydroxybutyrat) und Cholinesterasehemmern (z. B. organische Phosphatasen oder Carbamat-Insektizide).

Mitragynin

Ein psychoaktives Alkaloid mit einer komplexen Struktur, das in den Blättern von Mitragyna speciosa vorkommt. Mitragynin und sein 7-hydroxyliertes Derivat sind Agonisten am μ-Opioid-Rezeptor (MOR).

Muscimol

Wichtigstes psychoaktives Alkaloid in zahlreichen Pilzen der Gattung Amanita. Im Gegensatz zu Psilocybin ist Muscimol ein wirksamer, selektiver Agonist des GABAA-Rezeptors. Muscimol ähnelt in seiner chemischen Struktur und Aktivität Ibotensäure.

Myalgie

Muskelschmerzen, am häufigsten verursacht durch chronische Müdigkeit, Verletzung, Stoffwechselstörungen, bestimmte Infektionskrankheiten oder Arzneimittel (z. B. Amphetamine, Morphium und Phencyclidin).

Mydriasis

Erweiterung der Pupillen des Auges. Dies ist eine normale Reaktion auf Dunkelheit. Gegen Licht unempfindliche Mydriasis kann durch Anticholinergika (z. B. Atropin), Halluzinogene (z. B. Psilocybin und Mescalin) und insbesondere Stimulanzien (z. B. Amphetamin) verursacht werden. Diese Substanzen lösen Mydriasis über andere Mechanismen aus.

N

Naloxon

Naloxon ist ein halbsynthetischer Opioid-Rezeptorantagonist, der in den 1960ern entwickelt wurde. Er besitzt eine relativ kurze Wirkung und wird klinisch zur Umkehrung der Wirkungen von Opioid (z. B. heroin) bei Überdosierung oder postoperativer Sedierung eingesetzt.

Narkolepsie

Ein Zustand, der durch abnormalen Schlafzwang tagsüber gekennzeichnet ist. Er wird oft durch Verabreichung von Drogen behandelt, die das zentrale Nervensystem anregen.

Narkotisches Analgetikum

Ein Typ eines Analgetikums, der auf das zentrale Nervensystem und weniger auf periphere Nerven wirkt. Viele Opioide (z. B. Heroin/Diamorphin) sind typische narkotische Analgetika.

Neoclerodane

Bittere, oxygenierte zyklische Diterpenoide (auch als ent-Clerodane bezeichnet). Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) enthalten zahlreiche biologisch aktive Neoclerodan-Derivate (z. B. Salvinorin A).

Neurotransmitter

Ein chemischer Botenstoff zur Übertragung eines Signals von einem Neuron auf benachbarte Neuronen im Gehirn oder im Rückenmark.

Noradrenalin

Wird auch als Norepinephrin bezeichnet. Beispiel eines Neurotransmitters, ein natürlich vorkommendes substituiertes Phenethylamin.

Noradrenerg

Substanzen, die mit dem Noradrenalin-Rezeptor wechselwirken, werden als noradrenerg bezeichnet.

Nucleus accumbens

Eine Gruppe von Neuronen, die den zentralen Teil im Belohnungssystem des Gehirns bildet. Ihre Aktivierung ist für die Belohnungs-/Bestätigungs- sowie die Suchteigenschaften einer Droge verantwortlich. Praktisch alle illegalen Drogen wirken auf den Nucleus accumbens.

Nystagmus

Rasches, unwillkürliches, rhythmisches Augenzucken.

O

ODT

Siehe unter Tramadol.

Opioid

Eine der Gruppen der Alkaloide, die aus Opium isoliert oder chemisch aus Opium abgeleitet werden. Oft Synonym für Opiat, jedoch mitunter beschränkt auf halbsynthetische Produkte (z. B. Diamorphin) oder chemisch verwandte synthetische Substanzen (z. B. Methadon).

κ-Opioidrezeptor (KOR)

Der κ-Opioidrezeptor (KOR) ist ein Opioidrezeptortyp, der als hauptsächlichen endogenen Liganden das Opioidpeptid Dynorphin bindet.

μ-Opioidrezeptor (MOR)

Der μ-Opioidrezeptor (MOR) ist eine Art von Opioid-Rezeptor, der die endogenen Opioidpeptide Encephaline und Endorphine bindet. Er ist darüber hinaus das Haupttarget von synthetischen Opioid-Arzneimitteln.

Opium

Getrockneter Latex der Samenkapsel von Schlafmohn (Papaver somniferum L.).

Opiumalkaloid

Oft Synonym für Opioid. Siehe auch unter Alkaloid.

P

P2P

1-Phenyl-2-propanon: ein Keton, das oft als Vorläufersubstanz für Amphetamin und Methamphetamin verwendet wird. P2P ist aufgeführt in Tabelle I des Übereinkommens der Vereinten Nationen von 1988 zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Suchtstoffen und psychotropen Substanzen.

Palpieren

Wörtlich: Untersuchen der Körperoberfläche durch Betasten, um die Organe oder tiefer liegenden Gewebe abzutasten. In diesem Kontext bezeichnet der Begriff das rhythmische Zusammendrücken einer Plastiktüte, während der Inhalt eingeatmet und wieder in die Tüte ausgeatmet wird.

Pharmazeutischer Wirkstoff

Die biologisch wirksame Substanz in einem Arzneimittel.

Phenethylamin

Eine chemische Substanz mit einer Phenylgruppe an einer linearen Kette von zwei Kohlenstoffatomen, die in einer Aminogruppe endet. Der vollständige Name lautet 2-Phenylethylamin. Zur Familie der Phenethylamine gehören zahlreiche Substanzen, die als Stimulans, entaktogen oder halluzinogen wirken können.

Phylogenetik

Die Untersuchung der evolutionären Zusammenhänge zwischen Organismen anhand von morphologischen Eigenschaften und molekularen (beispielsweise genetischen) Sequenzierungsdaten.

PMK

3,4-Methylendioxyphenyl-2-propanon: ein oft als Vorläufersubstanz für MDMA verwendetes Keton. PMK ist aufgeführt in Tabelle I des Übereinkommens der Vereinten Nationen von 1988 zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Suchtstoffen und psychotropen Substanzen.

Potenz

Ein quantitatives Maß für die Wirkung oder Stärke einer Droge: zu unterscheiden von der Reinheit, nämlich dem Anteil des Wirkstoffs in einem Präparat.

Prävalenz

Die Prävalenz des Drogenkonsums in der Allgemeinbevölkerung (Erwachsene oder Schulkinder) wird mithilfe von Umfragen bewertet, die auf der Grundlage von Selbstauskünften von Teilnehmern und in repräsentativen probabilistischen Stichproben aus der Gesamtbevölkerung der meisten EU-Mitgliedstaaten und Norwegen durchgeführt werden.

Primäres Amin

Eine chemische Gruppe, bei der an ein Stickstoffatom zwei Wasserstoffatome und ein Kohlenstoffatom gebunden sind.

Psychotrope Droge

Generischer Begriff für Substanzen, die das normale Verhalten verändern. Beispiele sind in dem Übereinkommen der Vereinten Nationen von 1971 über psychotrope Substanzen zu finden. Viele Stoffe werden enger als Stimulantien oder Halluzinogene bezeichnet, jedoch kann der Begriff auch Sedativa, Beruhigungsmittel und Hypnotika umfassen. Psychotrope Stoffe werden von Narkotika unterschieden, die in korrekterer Weise als narkotische Analgetika bezeichnet werden.

Pyrrolidinring

Die zentrale Struktur der Aminosäuren Prolin und Hydroxyprolin.

R

R-enantiomer

Siehe unter Enantiomer.

Racemat

Eine Mischung zweier Enantiomere im Verhältnis 50:50, die entsteht, wenn eine Synthese nicht stereoselektiv ist.

Racemische Mischung

Siehe unter Racemat.

Reduktion

Ein chemischer Prozess, bei dem Sauerstoffatome entzogen und/oder Wasserstoffatome angelagert werden.

Reduktive Aminierung

Ein chemischer Prozess, bei dem Sauerstoffatome entzogen und eine Aminogruppe angelagert wird.

Reinheit

Der Anteil (in %) des Wirkstoffs in einem Präparat: zu unterscheiden von der Potenz, dem quantitativen Maß für die Wirkung oder Stärke einer Droge. Labors bestimmen Reinheiten meist gegen eine Base, weil sich die betreffende Salzform in einer eingesandten Analysenprobe nicht ohne - oft unnötige - weitere Untersuchungen bestimmen lässt. So ist beispielsweise reine Amphetaminbase mit einer Reinheit von 100 % definiert. Wenn sie beispielsweise mit Schwefelsäure reagiert und dann das Sulfatsalz ergibt, beträgt die Reinheit des Salzes 79 % bezogen auf die Base; die restlichen 21 % bestehen aus dem Sulfatrest. Wird die Reinheit bezogen auf eine spezifische Salzform angegeben, dann hat das reine Amphetaminsulfat eine Reinheit von 100 %.

Rhinorrhö

Rhinorrhö (‘laufende Nase’) ist eine übermäßige Absonderung von Nasensekret. Sie kann durch Erkältungen, Allergien und Opioid-Entzug ausgelöst und mit Antihistaminen und Vasokonstriktoren (z. B. Amphetamin, Phenylephrin) behandelt werden.

Romberg-Test

Ein einfacher Test für neurologische Untersuchungen und Indikator auf mögliche Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit durch Alkohol- oder Drogenkonsum. Er weist die Unfähigkeit nach, eine stehende Haltung mit geschlossenen Füßen und Augen aufrechtzuerhalten. Verlust des Gleichgewichts wird als positives Romberg-Zeichen (Rombergismus) interpretiert.

Rubiaceae

Rubiaceae ist eine Familie von blühenden Pflanzen, die gehäuft in wärmeren und tropischen Klimata auf der ganzen Welt vorkommen. Die Familie umfasst auch Coffea, deren Samen von mehreren Spezies die Quelle des beliebten Getränks Kaffee sind.

S

Salvinorin A

Ausgesprochen starkes Diterpenoid-Halluzinogen des Neoclerodan-Typs aus der Pflanze Salvia divinorum. Wurde früher auch als Divinorin A bezeichnet.

S-DDD

Der Begriff S-DDD beschreibt eine technische Maßeinheit, die für statistische Analysen verwendet wird. Es handelt sich nicht um eine empfohlene Verschreibungsdosis, und die S-DDD kann in Abhängigkeit von der zu behandelnden Erkrankung sowie der medizinischen Praxis in den einzelnen Ländern schwanken.

S-Enantiomer

Siehe unter Enantiomer.

Salz

Das Reaktionsprodukt einer Base mit einer Säure. Viele Salze sind löslich in Wasser, aber unlöslich in organischen Lösemitteln.

Sekundäres Amin

Eine chemische Gruppe, bei der ein Stickstoffatom an ein Wasserstoffatom und zwei Kohlenstoffatome gebunden ist.

Serotonin

Wird auch als 5-Hydroxytryptamin bezeichnet. Beispiel eines Neurotransmitters, eine natürlich vorkommende Substanz, die mit natürlich vorkommenden und synthetischen halluzinogenen Tryptaminen eng verwandt ist.

Simon-Test

Ein Feldtest mit einem Reagens aus Natriumcarbonat, Acetaldehyd und Natriumnitroprussid. Verwendet zur Unterscheidung zwischen primären Aminen und sekundären Aminen.

Smartshop

Ein Geschäft, das sich neben dem Verkauf von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Gesundheitserzeugnissen auf legale psychoaktive Pflanzenstoffe spezialisiert hat.

Spawn

Reinkultur von Myzelfäden, die bereits durch ein Substrat, beispielsweise aus sterilisierten Holzspänen, gewachsen ist. Auf diesem Substrat erfolgt das Pilzwachstum aus mikroskopisch kleinen Sporen, nicht Samen. Ein reifer Pilz setzt bis zu 16 Milliarden Sporen frei. Die Sporen müssen in einer praktisch sterilen Umgebung wie einem Labor gesammelt werden und werden dann auf Fasern oder Samen geimpft. Spawn bags enthalten sterile Holzspäne mit Pilz-Myzelfäden.

Stereoisomer

Eine von zwei oder mehr möglichen Formen eines Moleküls mit der gleichen Atomfolge, die sich aus der dreidimensionalen Anordnung dieser Atome ergibt.

Stickstoffhaltige Base

Eine synthetisch oder natürlich vorkommende Substanz, die in ihrer Struktur ein oder mehrere Aminostickstoffatome enthält und als Base wirkt.

Stimulans

Eine Substanz, die die psychomotorische Aktivität durch erhöhte Produktion bestimmter Neurotransmitter steigert, vor allem in den Synapsen des Gehirns.

Streckungsmittel

Ein Stoff, der einer Droge als Verdünnung zugesetzt wird - oft Synonym für Adulterans (Verfälschungsmittel). Er kann inert oder pharmakologisch wirken. Solche Verdünnungsstoffe sind in illegal hergestellten Pulvern wie auch in Tabletten zu finden; in diesem Fall kann der Begriff auch Tablettenbinder umfassen.

Sympathomimetisch

Auf die Nervenzellen wirkend. Synonym: adrenerg. Sympathomimetika sind endogene chemische Stoffe oder Drogen, die die Aktivität sympathischer postganglionischer Nerven oder ihrer Transmitter simulieren.

Synästhesie

Zustand, bei dem normalerweise voneinander getrennte Sinneswahrnehmungen miteinander gekoppelt sind und bei dem ein bestimmter Sinnesreiz eine andere Sinneswahrnehmung stimuliert. So kann z. B. das Hören eines Geräuschs die visuelle Wahrnehmung einer Farbe auslösen.

T

Tachykardie

Stark beschleunigte Herztätigkeit. Der Begriff bezeichnet in der Regel eine Herzfrequenz von über 100 Schlägen pro Minute bei Erwachsenen.

Tautomerie

Tautomere sind Isomere von organischen Verbindungen, die durch eine als Tautomerie bezeichnete chemische Reaktion schnell ineinander übergehen und in einem chemischen Gleichgewicht zueinander stehen. Die Ursache dafür ist die Wanderung eines Wasserstoffatoms, die mit einem Wechsel einer Einzelbindung und einer benachbarten Doppelbindung einhergeht.

Tertiäres Amin

Eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die ein Stickstoffatom enthalten, das an drei Kohlenstoffatome gebunden ist.

THC

Δ9-Tetrahydrocannabinol, der Hauptwirkstoff in Cannabis.

Therapeutischer Index

Ein Maß der relativen Sicherheit eines Arzneimittels, ausgedrückt als das Verhältnis der tödlichen oder toxischen Dosis zu der therapeutisch wirksamen Dosis.

Tramadol

Tramadol ist ein synthetisches Opioid-Analgetikum mit geringem Missbrauchspotential. Sein Hauptmetabolit ist O-Desmethyltramadol (ODT), der stärkere analgetische Wirksamkeit aufweist als die Muttersubstanz.

Tryptamine

Gruppe biologisch wirksamer Verbindungen, zu denen auch Neurotransmitter (z. B. Serotonin) und Halluzinogene (z. B. LSD, Psilocin und Psilocybin) gehören. Der chemische Kern dieser Verbindungen ist das Monoamin-Alkaloid Tryptamin, das in zahlreichen Pflanzen und Tieren vorkommt. Tryptamin besitzt als Grundstruktur einen Indolring und ist chemisch mit der Aminosäure Tryptophan verwandt.

U

Ultraviolett-Spektroskopie

Die Ultraviolett-(UV) Spektroskopie ist eine Analysentechnik zur Charakterisierung von Verbindungen, die elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich von 200-700 nm absorbieren. Ihre Verwendung ist größtenteils auf die quantitative Analyse beschränkt.

V

Verunreinigungsprofil, Erstellung

Die Trennung natürlich vorkommender oder synthetischer Nebenprodukte in einer Droge, oft durch chromatographische Verfahren, zur Aufnahme eines „Fingerabdrucks“, der deren Ursprung oder Herstellungsweg bestimmen kann.

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